{"id":780,"date":"2011-09-06T00:24:40","date_gmt":"2011-09-06T00:24:40","guid":{"rendered":"http:\/\/africa-and-science.com\/?p=780"},"modified":"2012-01-04T05:30:18","modified_gmt":"2012-01-04T05:30:18","slug":"migration-aus-afrika-in-die-eu-eine-analyse-der-berichterstattung-in-deutschen-und-senegalesischen-zeitungen-buch-2011","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/africa-and-science.com\/?p=780","title":{"rendered":"Migration aus Afrika in die EU: Eine Analyse der Berichterstattung in deutschen und senegalesischen Zeitungen"},"content":{"rendered":"<h4 style=\"text-align: center;\"><a href=\"https:\/\/africa-and-science.com\/wp-content\/uploads\/2011\/09\/Couverture-Livre-de-Florence.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-781\" title=\"Couverture Livre de Florence\" src=\"https:\/\/africa-and-science.com\/wp-content\/uploads\/2011\/09\/Couverture-Livre-de-Florence-196x300.png\" alt=\"\" width=\"71\" height=\"108\" srcset=\"https:\/\/africa-and-science.com\/wp-content\/uploads\/2011\/09\/Couverture-Livre-de-Florence-196x300.png 196w, https:\/\/africa-and-science.com\/wp-content\/uploads\/2011\/09\/Couverture-Livre-de-Florence.png 428w\" sizes=\"(max-width: 71px) 100vw, 71px\" \/><\/a><span style=\"color: #ff0000;\"><strong>Geleitwort<\/strong><\/span><\/h4>\n<h4 style=\"text-align: center;\"><strong><span style=\"color: #0000ff;\">von\u00a0Prof. Dr. Sigrid Baringhorst<\/span><\/strong><\/h4>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch wenn Migrant\/innen aus Subsahara-Afrika (SSA) nur einen relativ geringenAnteil an der Gesamtzahl der Zuwanderer\/innen in Deutschland ausmachen, istdie wirtschaftliche, soziale und politische Relevanz der Zuwanderung aus Afrikanach Europa insgesamt erheblich. Angesichts eines Geburten\u00fcberschusses undextrem hoher Arbeitslosigkeit und damit verbundener Armut w\u00e4chst die Wohlstandsdifferenzzwischen den Staaten der EU und den L\u00e4ndern SSA und damiteinerseits die Bereitschaft, durch Migration die eigenen Lebenschancen wie dieZukunftsaussichten ganzer Familien zu verbessern, und andererseits auf Seiten dereurop\u00e4ischen Gesellschaften die Angst vor einer Gef\u00e4hrdung des eigenen Wohlstandsdurch Massenzuwanderung aus Afrika. Basierend auf einer umfassendenAufarbeitung des aktuellen Forschungsstands zu Ausma\u00df, Ursachen und Folgender Migration aus SSA nach Europa untersucht Florence Tsagu\u00e9 Assopgoum inder vorliegenden Forschungsarbeit die mediale Thematisierung dieser Migrationin ausgew\u00e4hlten deutschen und senegalesischen Tageszeitungen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ausgehend von einer konstruktivistischen erkenntnistheoretischen Positionfragt sie nach der landes- und zeitungsspezifischen medialen Erzeugung vonWahrnehmungsmustern der Migration aus Afrika in die EU. Dabei analysiert siedie mediale Thematisierung von Typen afrikanischer Migrant\/innen, der Ursachender Abwanderung, der Integration in die Aufnahmegesellschaft sowie Reaktionender Regierungen von Herkunftsland und Zuwanderungsland auf die Migration.Zentral ist dabei die Frage nach der Bewertung des Migrationsprozesses als Chance f\u00fcr die Entwicklung afrikanischer L\u00e4nder und L\u00f6sung sozialer und \u00f6konomischerProbleme in den Zuwanderungsgesellschaften oder als Bedrohung f\u00fcr diesoziale Integration der Zuwanderungsgesellschaften und Verlust f\u00fcr die \u00f6konomischeEntwicklung afrikanischer Gesellschaften. Diese erkenntnisleitende Perspektivewird \u00fcberzeugend aus gegenw\u00e4rtigen Forschungen zur Ver\u00e4nderung vonMigrationsbewegungen im Kontext von Prozessen der Globalisierung abgeleitet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Deutlich wird unter anderem die bezogen auf andere europ\u00e4ische L\u00e4nder besondersstark ausgepr\u00e4gte Bedrohungswahrnehmung in der deutschen Gesellschaft:W\u00e4hrend in Deutschland 2008 49 % der Bev\u00f6lkerung Migration aus Afrika vorallem als Bedrohung und nur 38 % als Chance betrachteten, gaben 46 % der Fran8Geleitwortzosen an, sie als Chance zu sehen; nur 35 % von ihnen sahen sie, so die Ergebnisseder Studie \u00bbTransatlantic Trends: Immigration\u00ab von 2008 vor allem als Problem.\u00a0Die Autorin geht in ihrer empirischen Untersuchung von der Annahme aus, dassin den senegalesischen Zeitungen Migration aus Afrika in die EU aufgrund derwichtigen R\u00fcck\u00fcberweisungen und der Entlastung der heimischen Arbeitsm\u00e4rkteeher als Chance f\u00fcr die Entwicklung betrachtet wird, w\u00e4hrend in den deutschenMediendarstellungen eher Deutungen im Sinne der Betonung von Gefahren undBedrohungen zu erwarten sind. Die empirischen Befunde best\u00e4tigen die Annahmeeines Bedrohungsdiskurses in Deutschland jedoch nur zum Teil. Die meisten Artikelder FAZ und SZ enthalten sich eindeutiger Beurteilungen, auch wenn insgesamtmehr \u00fcber Risiken und weniger \u00fcber Chancenwahrnehmung geschriebenwird. Interessant ist, dass auch in den senegalesischen Zeitungen die Chancenwahrnehmungsehr gering ist und eher f\u00fcr Gefahren sensibilisiert wird und wenigvon positiven M\u00f6glichkeiten f\u00fcr einzelne Migrant\/innen wie f\u00fcr das Abwanderungslandgesprochen wird. In beiden L\u00e4ndern \u00fcberwiegt deutlich der Fokus aufirregul\u00e4re Migration, wobei noch immer der von NGOs und UNO-Organisationenkritisierte Begriff der \u00bbillegalen\u00ab Migrant\/innen dominiert. Unterschiedlich ist die Kausalattribuierung in beiden L\u00e4ndern: w\u00e4hrend in den deutschen Medien Migrationschlicht auf die Armut in den afrikanischen Gesellschaften zur\u00fcckgef\u00fchrtwird, argumentieren die senegalesischen Journalisten insofern komplexer, als siedie Armut auf dem Hintergrund kolonialer Ausbeutungserfahrungen und derenFolgen thematisieren. Aufschlussreich sind auch die Befunde zu den genutztenQuellen wie z. B. den Nachrichtenagenturen, afrikanischen und europ\u00e4ischen Wissenschaftler\/innen und Migrationsexpert\/innen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diese Studie ist insgesamt ein wichtiger und innovativer Beitrag zur Erforschunginternationaler Migrationsprozesse wie zur vergleichenden Analyse politischerKommunikation. Wie zu Recht in den abschlie\u00dfenden Erl\u00e4uterungenhervorhoben wird, ist insbesondere der Zusammenhang zwischen Migration undEntwicklung ein bedeutsames Forschungsgebiet der Zukunft ebenso wie die nochzu wenig erforschten Interdependenzen zwischen medialer Thematisierung undgesellschaftlichen Prozessen der Ausgrenzung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Buch:<\/p>\n<p>Autorin:\u00a0Florence Tsagu\u00e9 Assopgoum<\/p>\n<p>Titel: Migration aus Afrika in die EU:<\/p>\n<p>Eine Analyse der Berichterstattung in deutschen und senegalesischen Zeitungen<\/p>\n<p>2011, 335 Seiten.<\/p>\n<p>Broschur., ca. EUR 39,95<\/p>\n<p>ISBN 978-3-531-18373-2<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #ff0000;\"><strong>Bestellung:\u00a0<a href=\"https:\/\/africa-and-science.com\/wp-content\/uploads\/2011\/09\/Buch-Tsagu\u00e9-Assopgoum-Migration-aus-Africa-978-3-531-18373-2-2011.pdf\">Buch &#8211; Tsagu\u00e9 Assopgoum- Migration aus Africa-978-3-531-18373-2 &#8211; 2011<\/a><\/strong><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Geleitwort von\u00a0Prof. Dr. Sigrid Baringhorst &nbsp;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[17,5],"tags":[],"class_list":["post-780","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-announcement","category-recent-publications"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/africa-and-science.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/780"}],"collection":[{"href":"https:\/\/africa-and-science.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/africa-and-science.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/africa-and-science.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/africa-and-science.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=780"}],"version-history":[{"count":10,"href":"https:\/\/africa-and-science.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/780\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":828,"href":"https:\/\/africa-and-science.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/780\/revisions\/828"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/africa-and-science.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=780"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/africa-and-science.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=780"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/africa-and-science.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=780"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}