{"id":2568,"date":"2012-02-21T00:57:55","date_gmt":"2012-02-21T00:57:55","guid":{"rendered":"http:\/\/africa-and-science.com\/?p=2568"},"modified":"2012-03-14T16:08:26","modified_gmt":"2012-03-14T16:08:26","slug":"imafredu-image-of-africa-in-education-project-a-project-supervised-by-dr-elina-marmer-university-of-hamburg-germany","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/africa-and-science.com\/?p=2568","title":{"rendered":"IMAFREDU (IMage of AFRica in EDUcation) Project: Ein Projekt von Frau Dr. Elina MARMER (Uni- Hamburg)"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"https:\/\/africa-and-science.com\/wp-content\/uploads\/2012\/02\/Photo-Frau-Dr-Elina-Marmer1.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft  wp-image-2603\" title=\"Photo- Frau Dr Elina Marmer\" src=\"https:\/\/africa-and-science.com\/wp-content\/uploads\/2012\/02\/Photo-Frau-Dr-Elina-Marmer1.png\" alt=\"\" width=\"140\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/africa-and-science.com\/wp-content\/uploads\/2012\/02\/Photo-Frau-Dr-Elina-Marmer1.png 234w, https:\/\/africa-and-science.com\/wp-content\/uploads\/2012\/02\/Photo-Frau-Dr-Elina-Marmer1-210x300.png 210w\" sizes=\"(max-width: 140px) 100vw, 140px\" \/><\/a><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das vorherrschende Bild von Afrika in den deutschen Schulb\u00fcchern ist rassistisch gepr\u00e4gt: Armut, Gewalt und \u201eUnterentwicklung\u201c werden einseitig, \u00fcbersteigert und zusammenhanglos dargestellt, w\u00e4hrend die vorkoloniale Geschichte, Kulturen und Philosophien der afrikanischen Gesellschaften nicht gelehrt werden. Die Darstellungsstruktur, die sich in allen Medien und in der Literatur wiederfindet, l\u00e4sst sich auf eine Strategie aus der Kolonialzeit zur\u00fcckzuf\u00fchren, welche die Kolonialverbrechen Europas durch eine Entmenschlichung der Afrikaner zu rechtfertigen suchte. Eine kritische Auseinandersetzung mit diesem Thema findet im Schulunterricht keinen Raum.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Projekt untersucht die Darstellung von Afrika in deutschen Schulb\u00fcchern und Unterrichtsmaterialien und ihre Auswirkung auf die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler afrikanischer Abstammung in deutschen Schulen. Zwar wurde der \u201cwissenschaftliche Rassismus\u201d, der zur Legitimation f\u00fcr Ausbeutung und Versklavung diente, l\u00e4ngst widerlegt, dennoch bleibt die Ideologie ein wesentlicher Bestandteil der europ\u00e4ischen Darstellung vom afrikanischen Kontinent. \u201cAfrika\u201d wird konstruiert basierend auf europ\u00e4ischen Normen,\u00a0 dieser Konstrukt l\u00e4sst Afrikanern und ihren Nachkommen kaum oder keinen Raum, historische Fakten zu rekonstruieren. In diesem Konstrukt bleibt afrikanischen Menschen die Geschichte versagt, da ihnen ein Mangel an essenziellen Attributen zugewiesen wird, die \u201cMenschlichkeit\u201d in der \u201cwestlichen\u201d und insbesondere der \u201ceurop\u00e4ischen\u201d Kultur definieren. Die \u201cVernunft der Geschichte\u201d (aus Hegels Sicht), die Afrikaner au\u00dferhalb der \u00a0\u201cMenschlichkeit\u201d positioniert, findet sich in vielen deutschen Schulb\u00fcchern wieder. Subtil wird hier den Sch\u00fclern beigebracht, dass Afrikaner \u201cWilde\u201d seien, gefangen in ihrer \u201cpr\u00e4-logischen Mentalit\u00e4t\u201c und ihrem \u201cprimitiven\u201d Leben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eine empirische Fallstudie an einer urbanen deutschen Schule untersucht Sch\u00fcler des Jahrganges 7, deren Lehrer und die Schulb\u00fccher. Mit Hilfe von Frageb\u00f6gen wird das Sch\u00fclerwissen \u00fcber Afrika und ihr Bild von Afrikanern und schwarzen Menschen erfragt. In pers\u00f6nlichen Interviews mit ausgesuchten Sch\u00fcler (theoretical sampling)\u00a0 werden die Quellen dieser Information erfasst (Schule, Massenmedien, Familie usw.) mit dem Ziel, die Bedeutung der Schule als Quelle kognitiver rassistischer Vorurteile genauer zu umrei\u00dfen. Sch\u00fcler werde gebeten, subtile rassistische Beschreibungen und Bilder von Afrika und schwarzen Menschen in Schulb\u00fcchern, Werbeplakaten f\u00fcr Hilfsorganisationen, popul\u00e4ren B\u00fcchern und Filmen zu identifizieren. Die Lehrer werden nach ihrem Wissen \u00fcber \u201eAfrika\u201c befragt, aber auch nach deren Wahrnehmung von Sch\u00fclern afrikanischer Abstammung. Diese Sch\u00fcler werden gebeten, bei einer Gruppendiskussion deren Wahrnehmung von dieser \u201eAfrika\u201c &#8211; Darstellung in Schulb\u00fcchern und Unterricht, den Rassismus in der Schule sowie ihre Bew\u00e4ltigungsstrategien zu beschreiben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit Hilfe vordefinierter Kategorien werden die Inhalte von Schulb\u00fcchern f\u00fcr Jahrg\u00e4nge 6-8 in gesellschaftlichen F\u00e4chern, Sprachen und Biologie auf ihre Darstellung von Afrika und schwarzen Menschen analysiert. Wir wollen zeigen, dass hinter dem angeblich explizit anti-rassistischen System sich ein anderes verbirgt, welches, obschon manchmal unbewusst und unbeabsichtigt, ein Vehikel rassistischer Ideologie und Vorurteile bedient.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eines der Ziele des Projekts ist Empfehlungen f\u00fcr ein neues unverzerrtes Lernprogramm \u00fcber Afrika zu entwickeln.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Daf\u00fcr suchen wir Experten, die eine Schulbuchpassage beitragen m\u00f6chten<\/strong>,<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">in von Lehrpl\u00e4nen vorgegebenen Themen f\u00fcr Jahrg\u00e4nge 6-8, unter anderem in Geschichte, Erdkunde, Politik, Soziologie, Naturwissenschaften, Literatur und Kunst. Das neue Lernprogramm soll nicht nur die verzerrte Information \u00fcber Afrika korrigieren und Wissensl\u00fccken auff\u00fcllen. Es soll vielmehr auch Sch\u00fcler darin unterst\u00fctzen, einen Referenzrahmen und eine konzeptuelle Basis zu entwerfen \u00a0um mit durch Rassismus in der Gesellschaft verursachten Problemen umgehen zu k\u00f6nnen. Dazu geh\u00f6rt vor allem, F\u00e4higkeiten zu erwerben, zwischen Wissen und rassistischer Propaganda unterscheiden zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Beitr\u00e4ge werden in einem Buch ver\u00f6ffentlicht. Sie werden im Rahmen eines Gesamtkonzepts den Bildungsministerien der L\u00e4nder als Empfehlung vorgelegt. Zudem werden sie bei Schulbuchverlagen, Schulen, entsprechenden Organisationen und in den Medien disseminiert. Die Autoren werden n\u00e4chstes Jahr auf ein Workshop nach Hamburg eingeladen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0Wir suchen nach Experten in entsprechenden Bereichen und in Bildung und Erziehung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0Wenn Sie gern ein Paper einreichen wollen oder sich informieren m\u00f6chten, mailen Sie an:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"mailto:elinamar@gmx.net\">elinamar@gmx.net<\/a> und besuchen Sie unsere web-site <a href=\"http:\/\/www.elina-marmer.com\/\">www.elina-marmer.com<\/a><\/p>\n<address style=\"text-align: justify;\"><strong><span style=\"color: #0000ff;\">Elina Marmer<\/span><\/strong><\/address>\n<address style=\"text-align: justify;\"><strong><span style=\"color: #0000ff;\">Universit\u00e4t Hamburg<\/span><\/strong><\/address>\n<address><strong><span style=\"color: #0000ff;\">Fachbereich Erziehungswissenschaft<\/span><\/strong><\/address>\n<address><strong><span style=\"color: #0000ff;\">Arbeitsstelle Interkulturelle Bildung<\/span><\/strong><\/address>\n<address>Von-Melle-Park 8, 20146 Hamburg (postal address)<\/address>\n<address>Alsterterrasse 1, Room 513 (visiting address)<\/address>\n<address>\u00a0Phone: +49 (0)40 42838-4398<\/address>\n<address>Mobile: +49 (0)162 6570759<\/address>\n<p>Das Projekt wird vom Marie Curie Actions Program der EU gef\u00f6rdert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #ff0000;\"><span style=\"color: #0000ff;\">The English version of this paper is available at the following link:<\/span>\u00a0<a href=\"https:\/\/africa-and-science.com\/wp-content\/uploads\/2012\/02\/IMAFREDU-Project-by-Dr-Elina-MARMER-University-of-Hamburg.pdf\">IMAFREDU Project- by Dr Elina MARMER- University of Hamburg<\/a><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[17],"tags":[],"class_list":["post-2568","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-announcement"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/africa-and-science.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2568"}],"collection":[{"href":"https:\/\/africa-and-science.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/africa-and-science.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/africa-and-science.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/africa-and-science.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=2568"}],"version-history":[{"count":18,"href":"https:\/\/africa-and-science.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2568\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2645,"href":"https:\/\/africa-and-science.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2568\/revisions\/2645"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/africa-and-science.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=2568"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/africa-and-science.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=2568"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/africa-and-science.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=2568"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}